Wohnungsbesichtigung – diese 10 Unterlagen sollten Mieter mitbringen

Schlage stehen, sich gut präsentieren und hoffen – eine Wohnungsbesichtigung gleicht heutzutage oft einem Casting. Das gilt zumindest für Wohnungen in begehrten Lagen von größeren Städten. Doch wer sich gut vorbereitet, verbessert seine Chancen auf eine Zusage. Wer sich von der Konkurrenz abheben möchte, sollte Eigeninitiative zeigen, und die folgenden 10 Unterlagen mitbringen.

Personalausweis

Personalausweis für Unterlagen zur WohnungsbesichtigungDie Wichtigkeit dieses Dokuments muss eigentlich nicht näher erläutert werden. Denn schließlich möchte der Vermieter sichergehen, dass Sie auch Sie sind. Personen die sich nicht an Recht und Gesetz halten – das gilt hier insbesondere für Mietnomaden – sind häufig nicht ordnungsgemäß bei den zuständigen Behörden gemeldet. Ein Vermieter wird deshalb mit hoher Wahrscheinlichkeit Ihren Personalausweis in Augenschein nehmen wollen. Achten Sie darauf, dass Ihr Ausweis noch gültig ist. Ersatzweise kann natürlich auch der Reisepass vorgelegt werden.

Die Anfertigung einer Kopie des Ausweises ist dem Vermieter oder Makler gemäß § 14 Personalausweisgesetz (PAuswG) normalerweise nicht gestattet. Wir raten Mietinteressenten jedoch zur Vorlage der Kopie, um nicht vom weiteren Verlauf der Wohnungsbewerbung ausgeschlossen zu werden.

Einkommensnachweise

Kontoauszug für Vermieter zur WohnungsbesichtungDie Nachweise über das vorhandene Einkommen bieten dem zukünftigen Vermieter die Sicherheit, dass der potenzielle Mieter auch tatsächlich zur Zahlung der Mieten in der Lage ist. Vielfach sind die Nachweise Bestandteil eines sogenannten Selbstauskunftbogens, der von einem Mietinteressenten im Rahmen einer Wohnungsbesichtigung auszufüllen ist. Es reicht dabei nicht aus, lediglich die Summe des Einkommens anzugeben. Grundsätzlich wird ein konkreter Nachweis erwartet, meist in Form einer Kopie der letzten drei Gehaltseingänge. Sollte ein Wohnungsinteressent selbstständig tätig sein, gilt der Einkommensteuerbescheid als adäquater Nachweis.

Gehaltsnachweise dürfen eigentlich erst angefordert werden, wenn der Mietvertrag kurz vor der Unterzeichnung steht. Potentielle Mieter sollten jedoch schon bei der Wohnungsbesichtigung entsprechende Unterlagen dabei haben, um dem Vermieter die Auswahlentscheidung zu erleichtern.

SCHUFA-Auskunft

Schufaauskunft für VermieterVermieter wünschen von Mietinteressenten immer häufiger eine Schufaauskunft, um auf diese Weise deren Zuverlässigkeit in Zahlungsfragen festzustellen. Hierzu werden keine detaillierten Informationen zur Person weitergegeben, sondern ein Score-Wert, der eine Prognose über die Zahlungsverlässlichkeit der Person definiert. Die Auskunft kann vom Vermieter eingeholt werden, wenn er Vertragspartner der Schufa ist, und der Mieter diese Anfrage mit seiner Unterschrift zulässt. Alternativ kann der Bewerber selbst eine Auskunft bei der Schufa anfordern, und diese direkt bei der Besichtigung mitbringen. Die Eigenintitative des Mietinteressenten hinterlässt beim Vermieter nicht nur einen Eindruck der Seriosität. Sie spart diesem auch Zeit und Arbeit, was bei Vermietern immer gut ankommt. In der kostenfreien Version der Schufaauskunft sind mehr Informationen enthalten, als für den Vermieter erforderlich sind. Diese können bei Bedarf geschwärzt werden. Eine kostenpflichtige Fassung ermöglicht hingegen eine reine Bonitätsauskunft mit Scorewert, die für Mietangelegenheiten ausreichend ist.

Die SCHUFA ist eine Schutzgemeinschaft, die bei berechtigtem Interesse sogenannte kreditrelevante Auskünfte über Unternehmen oder Personen erteilt. Sie informiert und schützt zu diesem Zweck potentielle Vertragspartner vor Zahlungsausfällen.

Selbstauskunft

Die Mieterselbstauskunft wird von den meisten Maklern, Wohnungsgesellschaften und zunehmend auch Privatvermietern gewünscht. Es gibt zwar keinerlei gesetzliche Verpflichtung zur Vorlage für Mieter. Jedoch sinken die Chancen des Bewerbers auf ein gewünschtes Wohnobjekt, für das explizit eine Selbstauskunft verlangt wird. Das ausgefüllte Formular sollten Mieter entweder zur Wohnungsbesichtigung mitbringen, oder schon vorab zur Ansicht einreichen. Gelegentlich wird das Ausfüllen auch erst nach der Besichtigung erforderlich. Häufig bieten Wohnungsgesellschaften das Auskunftsformular bereits als fertigen Download an.

Angaben in der Selbstauskunft

Die Angaben zur Person sind vorgegeben. Sie umfassen meist Auskünfte zum

  • Familienstand
  • Einkommen
  • Anzahl der Kinder
  • Haustiere
  • zum Beruf
  • Musikinstrumente
  • und bisherigen Wohnsitz / Vermieter

Darüber hinaus gibt es häufig Fragen zu

  • eventuellen Vorstrafen
  • Insolvenzverfahren
  • Räumungsklagen
  • sowie zum Bezug von Sozialleistungen

Mieter sind verpflichtet, oben genannte Fragen korrekt zu beantworten. Unzulässige Fragen hingegen, beispielsweise zur

  • Familienplanung
  • Nationalität
  • oder sexuellen Orientierung

müssen nicht wahrheitsgemäß beantwortet werden.

Mietschuldenfreiheitsbescheinigung

Die schriftliche Bescheinigung zur Mietschuldenfreiheit wird von vielen Vermietern gewünscht, um sich gegenüber potenziellen Mietschuldnern abzusichern. Die Bestätigung wird vom bisherigen Vermieter erstellt. Manchmal gestaltet sich dieses Unterfangen als problematisch, weil Eigentümer ein solches Papier ungern ausstellen, solange das Mietverhältnis noch nicht beendet ist. Auch Personen, die bislang in einem Eigenheim gelebt haben, können eine Bescheinigung nicht vorlegen. Eine rechtlich bindende Verpflichtung für Vermieter zur Ausstellung des Dokuments besteht zum aktuellen Zeitpunkt nicht, sodass Mieter hier auf den guten Willen des Eigentümers angewiesen sind.

Mietern ohne Mietschuldenfreiheitsbescheinigung empfehlen wir, durch Eigenbelege wie z.B. Kontoauszüge die Zuverlässigkeit ihrer bisherigen Mietzahlungen zu belegen.

Arbeitsvertrag

Arbeitsvertrag zur Vorlage beim VermieterManche Vermieter wünschen nur einen Nachweis über das Einkommen in Form von Gehaltsnachweisen. Für viele Eigentümer ist das jedoch nicht ausreichend. Denn Gehaltsnachweise sagen nichts darüber aus, ob der Mietinteressent nach wie vor bei diesem Arbeitgeber beschäftigt ist. Nur der Arbeitsvertrag selbst gibt Auskunft darüber, ob sich der Mieter in einem Anstellungsverhältnis befindet. Oftmals wird vorausgesetzt, dass die Probezeit in der Firma bereits abgeschlossen ist, da auf diese Weise eine zuverlässige langfristige Mietzahlung eher gewährleistet ist. Auch eine Festanstellung ist bei Vermietern im Vergleich zu befristeten Tätigkeiten deutlich lieber gesehen.

Grundsätzlich macht es beim Eigentümer einen guten Eindruck, wenn der Mietinteressent unaufgefordert eine Kopie des Arbeitsvertrages zur Wohnungsbesichtigung mitbringt oder dem Anschreiben beilegt. Die freiwillige Vorlage von Dokumenten gilt bei den meisten Vermietern als Pluspunkt.

Mietbürgschaft

Eine Bürgschaft wird häufig von Bewerbern angefragt, die eine ausreichende Sicherheit bei der Mietzahlung nicht aus eigenen Mitteln erkennen lassen. Häufig betrifft dies Studenten oder Personen, die sich noch in der Ausbildung befinden. Sie verfügen zu dem Zeitpunkt noch nicht über ein stabiles Einkommen, weshalb Vermieter hier ein gewisses Risiko eingehen. Häufig erklären sich Eltern oder Freunde bereit, für die Mietinteressenten eine Bürgschaft zu unterschreiben. Mit der Bürgschaftsübernahme wird die zuverlässige Zahlung der monatlichen Mieten gewährleistet, falls der Mieter nicht mehr solvent ist. In einigen Fälle lassen sich Vermieter auch davon überzeugen, stattdessen die Mietbürgschaft einer Bank oder Versicherung zu akzeptieren. Einen gesetzlichen Anspruch darauf hat der Mieter jedoch nicht.

Lebenslauf für Wohnungsbesichtigung?

Ein Lebenslauf wird nur von einigen Vermietern gefordert. Er zählt grundsätzlich zu den freiwilligen Auskünften zur Person. Der Mietinteressent ist nicht verpflichtet, eine entsprechende Angabe zu seiner Biografie mitzubringen. Faktisch wird jedoch eine Bewerbung um ein konkretes Mietobjekt wenig Aussicht auf Erfolg haben, wenn der Vermieter einen Lebenslauf wünscht, der Wohnungsbewerber diesen jedoch verweigert. Im konkreten Fall muss das Dokument zumindest nicht die gleiche Ausführlichkeit aufweisen, wie bei einer Bewerbung um eine Arbeitsstelle. Meist möchte der Vermieter lediglich eine allgemeine Zuverlässigkeit feststellen und erkennen können, ob der Mieter in die bestehende Hausgemeinschaft passt.

Grundsätzlich reichen einige wenige Eckdaten zur Person, darunter der Familienstand und die Anzahl der Kinder. Ausführliche Daten des beruflichen Werdegangs sind an dieser Stelle nicht erforderlich.

Anschreiben für Wohnungsbewerbung?

Ein Anschreiben in der „Bewerbungsmappe“ kann sinnvoll sein, wenn der Hausherr bereits anhand vorab einzureichender Unterlagen eine Vorauswahl für die Wohnungsbesichtigung treffen möchte. Das Schreiben sollte immer kurz und übersichtlich gehalten werden, und die für den Eigentümer wichtigen Details prägnant zusammenfassen. Zentrale Punkte sind:

  • das Benennen des gewünschten Objektes bei mehreren Wohnungen
  • die Gründe für das Interesse in Kurzform
  • eine Angabe zur Anzahl der einziehenden Personen
  • Angaben zur Sicherstellung der Mietzahlungen
Bemerkungen zur persönlichen Dringlichkeit und Lebenssituation sowie blumige Worte rund um das „tolle Objekt“ hinterlassen hingegen eher einen negativen Eindruck, und sollten vermieden werden.

Referenzen

Referenzen sind positive Beurteilungen und betreffen an dieser Stelle Mietverhältnisse, die in der Vergangenheit liegen. Es kann hilfreich sein, jeweils nach einer beendeten Mietzeit den ehemaligen Vermieter um eine solche Referenz zu bitten. Es reicht aus, dass diese nur einen kurzen Vermerk enthält, aus dem ein pfleglicher Umgang des Mieters mit der Mietsache hervorgeht. Es sollte erkennbar sein, dass der ehemalige Mieter insgesamt einen angenehmen und zuverlässigen Eindruck hinterlassen hat. Eine Referenz des Vorvermieters bietet dem zukünftigen Vermieter eine entsprechende Sicherheit in Bezug auf die Zuverlässigkeit des Interessenten. Das Referenzschreiben lässt sich im Prinzip gleich mit der Mietschuldenfreiheitsbescheinigung verbinden, wodurch ein Dokument eingespart werden kann.

Kategorie: Allgemein

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