Welche Mietbürgschaften gibt es?

Es gibt verschiedene Formen der Mietbürgschaft. Sie unterscheiden sich in der Art des Bürgen, dem Zeitpunkt sowie die Höhe der Inanspruchnahme sowie der Zahlungsweise im Schadensfall.

Bankbürgschaft

Eine Bankbürgschaft zur Stellung der Mietkaution bedeutet nichts anderes, als dass eine Bank für die Ansprüche des Vermieters aus dem Mietvertrag – wie z.B. Mietrückstände oder Schäden in der Wohnung – haftet. Die Voraussetzungen sowie die Anforderungen an die Bonität sind etwas strenger als bei einer Versicherung, da der Mieter einen unbefristeten Arbeitsvertrag sowie ein festes Einkommen in ausreichender Höhe nachweisen muss. Zudem muss für eine Zusage der Bank ein höherer Schufa-Score als bei einer Versicherungsbürgschaft erreicht werden. Aus diesem Grund ziehen Hausherren gewöhnlich die Bankbürgschaft einer Versicherungspolice vor.

Versicherungsbürgschaft

Eine Versicherungsbürgschaft – umgangssprachlich meist als Mietkautionsversicherung bezeichnet – funktioniert nach dem gleichen Prinzip, außer dass anstelle der Bank eine Versicherung im Schadensfall haftet. Hierbei handelt es sich meist um bekannte Unternehmen wie z.B. die R+V-Versicherung oder die Allianz. Die Voraussetzungen für eine Bürgschaftsübernahme sind etwas niedriger als bei einer Bankbürgschaft. So benötigt der Mieter kein festes Einkommen. Auch der erforderliche Schufa-Score ist nicht ganz so hoch. Ein Ausschlusskriterium sind lediglich harte Negativmerkmale bei Wirtschaftsauskunfteien wie der Schufa. Die Gebühren sind etwas höher als bei einer bankgesicherten Mietkaution.

Bürgschaft von Privatperson

Nicht nur Unternehmen sondern auch Privatpersonen können für einen Mietvertrag bürgen. Bleibt der Mieter die vereinbarten Zahlungen schuldig, haftet die Person mit ihrem privaten Vermögen. Diese Form der Mietbürgschaft ist in der Praxis eher unüblich, da sich die finanziellen Verhältnisse der Person im Laufe der Zeit verschlechtern können. Somit würde die Mietsicherheit an Werthaltigkeit verlieren. In der Praxis wird die Personenbürgschaft häufig mit einer herkömmlichen Mietkaution kombiniert. So verlangen Vermieter häufig von Erstmietern, wie z.B. Studenten oder Auszubildenden zusätzlich eine Elternbürgschaft. Auch bei Privatbürgen gilt der 551 BGB Abs. 1, nämlich die Begrenzung auf drei Monatsmieten ohne Nebenkosten. Dies gilt auch dann, wenn vom Hausherr sowohl eine Barkaution als auch eine Bürgschaft verlangt wird.

Auf erstes Anfordern

Trägt die Bürgschaft den Zusatz auf erste Anforderung, bedeutet dies für den Mieter einen Nachteil, für den Vermieter jedoch einen Vorteil. In diesem Fall erhält der Hausherr sein Geld im Schadensfall bereits dann, wenn er es gegenüber der Versicherung oder der Bank anfordert. Der Sachverhalt wird nicht gesondert überprüft. Eine Begründung des Vermieters wird in diesem Fall ebenfalls nicht gefordert. Jedoch kommt es nicht zur Auszahlung, wenn die Inanspruchnahme durch den Vermieter offensichtlich missbräuchlich ist, oder der Mieter z.B. anhand von Kontoauszügen belegen kann, dass er die Forderung des Vermieters beglichen hat.

Ausfallbürgschaft

Im Rahmen einer Ausfallbürgschaft verpflichtet sich der Vermieter, sämtliche finanziellen Forderungen vorerst gegen den Mieter geltend zu machen. Hierbei ist der Rechtsweg einzuhalten. Erst wenn die Durchsetzung der Forderung auch im Rahmen einer Zwangsvollstreckung erfolglos war – daher der Begriff Ausfall – darf der Vermieter schließlich den Bürgen belangen. Die Inanspruchnahme ist für den Vermieter riskant, da sie nicht immer erfolgreich ist, und mit einem hohen Aufwand verbunden ist. Aus diesem Grund erkennen viele Vermieter ausschließlich eine selbstschuldnerische Bürgschaft an.

Selbstschuldnerische Bürgschaft

Im Gegensatz zur Ausfallbürgschaft kann der Vermieter bei einer selbstschuldnerischen Bürgschaft sofort auf den Bürgen zugreifen. In dieser speziellen Form der Mietbürgschaft verzichtet der Bürge auf sein Recht der sogenannten Einrede der Vorausklage. Für den Vermieter besteht jedoch sowohl bei der Ausfallbürgschaft als auch bei der selbstschuldnerischen Bürgschaft der Nachteil, dass er vom Bürgen maximal eine Summe in Höhe von drei Nettokaltmieten einfordern darf.

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