So funktioniert eine Mietbürgschaft

Die normale Mietkaution sichert die Ansprüche des Vermieters bei Schäden in der Wohnung, Mietrückständen oder Gerichtskosten ab. Eine Bürgschaft funktioniert im Prinzip genau so. Der Unterschied: der Mieter hinterlegt keine Barmittel. Der Vermieter erhält nur im Schadensfall Geld.

Funktionsweise und Ablauf

Grafik so funktioniert die Mietbürgschaft

Die Mietbürgschaft funktioniert im Prinzip wie eine normale Bürgschaft. Fällt der Schuldner aus, zahlt der Bürge an den Gläubiger. Eine Zahlung erfolgt dann, wenn der Mieter seinen Verpflichtungen aus dem Mietvertrag nicht nachkommt. Bürgen kann eine Privatperson, eine Bank oder eine Versicherung. Der Mieter nimmt die Rolle des Schuldners ein, Gläubiger ist der Vermieter. Anstelle von Bargeld bekommt der Hausherr vom Mieter eine Bürgschaftsurkunde überreicht. Mieter, Vermieter und Bürgschaftsgeber gehen ein vertragliches Dreiecksverhältnis ein, siehe Grafik.

Gesetzliche Regelung

Es gelten die gesetzlichen Regelungen zur allgemeinen Bürgschaft sowie zur Mietkaution. Diese sind im BGB in den § 765 ff. zu finden. Ergänzend kommt der § 551 BGB – Begrenzung und Anlage der Mietkaution – zur Anwendung. Die Mietbürgschaft als solche ist nicht gesondert gesetzlich geregelt. Sie wird jedoch von der Rechtsprechung anerkannt. Bei gerichtlichen Auseinandersetzungen werden häufig Urteile aus vergangenen Mietrechtsprozessen oder BGH-Grundsatzentscheide herangezogen.

Arten

Kommerzielle Mietbürgschaften werden von Banken und Versicherungen angeboten. Deshalb werden sie umgangssprachlich auch häufig als Bankbürgschaft oder Mietkautionsversicherung bezeichnet. Das Produkt gibt es sowohl für Privatpersonen als auch für gewerbliche Mieter. Es gibt wie bei anderen Finanzprodukten zahlreiche Anbieter und verschiedene Varianten. Ansprechpartner für die Mietparteien sind entweder die Hausbank oder so genannte Kautionskassen.

Höhe der Bürgschaft

Wie die Barkaution ist auch die Bürgschaftssumme gesetzlich nach oben hin auf drei Monatsmieten begrenzt. Hierbei gilt immer die Nettomiete – also die reine Miete ohne Nebenkosten. Die Begrenzung gilt allerdings nicht für gewerbliche Mietverträge. Dort kann die Höhe der Mietsicherheit frei verhandelt werden.

Kein Kredit und keine Versicherung

Eine Mietbürgschaft ist kein Kredit, den der Kreditnehmer mit monatlichen Raten abbezahlt. Im Unterschied zur Barkaution erhält der Vermieter nur Bargeld, wenn tatsächlich ein finanzieller Schaden entstanden ist. Es handelt sich um ein „Zahlungsversprechen“, das auch als so genannte Eventualverbindlichkeit bezeichnet wird. Der Mieter zahlt ähnlich wie bei einer Versicherung einen jährlichen Beitrag, so lange wie der Vertrag läuft. Wer jedoch denkt, dass es sich um eine Versicherung handelt, liegt falsch. Zwar zahlt der Bürgschaftsanbieter das Geld im Schadensfall an den Vermieter aus. Jedoch holt sich die Kautionskasse das Geld später vom Mieter zurück. Die Summe wird also nur „ausgelegt“. Der Mieter ist also nicht fein raus, wenn er die Kaution abwohnt, oder Schäden in der Wohnung hinterlässt.

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