Vermieter zahlt Mietkaution nicht zurück – das können Sie tun

Bleibt die Rückzahlung der lang ersehnten Mietkaution aus, kann dies viele Gründe haben. Doch was tun als Mieter? Der Gang zum teuren Rechtsanwalt sollte das letzte Mittel sein. Mit diesen Tipps geht es einfacher, schneller und günstiger.

Normale Gründe erörtern

Gründe für Vermieter zahlt Mietkaution nicht zurückÜberprüfen Sie zunächst folgende Punkte um nachzuvollziehen, warum der Vermieter die Kaution möglicherweise nicht zurück zahlt. Eventuell haben Sie nicht alles bedacht, und können die Dinge selbst in die Hand nehmen.

  • Haben Sie alle Mietzahlungen geleistet?
  • Sind alle Nebenkosten abgerechnet? Der Vermieter darf einen Teilbetrag bis dahin einbehalten.
  • Haben Sie alle Schäden in der Wohnung beseitigt?
  • Haben sie erlaubte Schönheitsreparaturen vorgenommen?
  • Sind die erlaubten Fristen für den Einbehalt überschritten?
  • Befinden Sie sich im Rechtsstreit mit Ihrem Hausherrn?
Lesen Sie zu Voraussetzung und Fristen für den Einbehalt der Kaution unseren Beitrag: wann bekommt man die Mietkaution zurück?

Dialog suchen

Suchen Sie im nächsten Schritt das Gespräch mit ihrem Hausherrn. Manchmal liegen die Dinge ganz einfach, und lassen sich in einem vernünftigen Gespräch aus der Welt räumen. Eventuell gibt es Missverständnisse über die Durchführung von Schönheitsreparaturen. Vielleicht steht die offizielle Wohnungsübergabe noch aus. Eventuell ist noch eine Nebenkostenabrechnung abzuwarten. Oder Ihr Vermieter war aus nachvollziehbaren Gründen, z.B. Krankheit nicht erreichbar. Erst wenn der Dialog scheitert, sind rechtliche Schritte das Mittel der Wahl.

Rechtliche Schritte

Sind Sie als Mieter allen Forderungen aus dem Mietvertrag nachgekommen, und hatte der Vermieter genug Zeit für die Rückzahlung, sollten Sie nun handeln. Gehen Sie gemäß der folgenden Anleitung vor:

So gehen Sie vor:

Grafik zu rechtliche Schritte zur Rückzahlung der Mietkaution

  • 1. Fordern Sie Ihren Vermieter schriftlich zur Rückzahlung auf. Setzen Sie ihm eine Frist. Zwei bis drei Wochen gelten als angemessen. Nutzen Sie hierfür die Versendungsart Einschreiben mit Rückschein, um eine sichere Zustellung zu gewährleisten. In dem Schreiben sollten Sie Ihren Hausherrn auffordern die Gründe darzulegen, warum er die Kaution nicht herausgibt. Weisen Sie ihn zudem darauf hin, dass nach Ablauf der Frist weitere rechtliche Schritte bis hin zur Einschaltung eines Rechtsanwalts folgen werden.
  • 2. Hilft auch das nichts, benötigen Sie jedoch längst noch keinen teuren Rechtsanwalt. Wenden Sie sich zunächst an das zuständige Mahngericht, um einen gerichtlichen Mahnbescheid zu erwirken. Die Nutzung dieser Möglichkeit ist preisgünstig und effizient. Zum genauen Ablauf siehe unten.
  • 3. Schlägt auch dieser Versuch fehl, wenden Sie sich an den Mieterschutzbund oder einen örtlichen Mieterverein. Lassen Sie sich dort gegen ein geringes Entgelt beraten. Die Kosten für eine jährliche Mitgliedschaft betragen je nach Stadt / Gemeinde zwischen 30 bis 80 Euro pro Jahr.
  • 4. Rät Ihnen der Mieterbund oder Mieterverein zu einem Fachanwalt für Mietrecht, beauftragen Sie diesen zur Durchsetzung Ihrer Interessen. Hier sind jedoch Kosten und Nutzen abzuwägen.

So funktioniert der Online-Mahnbescheid

  • 1. Nehmen Sie Kontakt zu Ihrem zuständigen Mahngericht auf. Dies geht heutzutage online. Wählen Sie dort Ihr Bundesland.
  • 2. Geben Sie nun Schritt für Schritt die abgefragten Daten in die Eingabemaske ein. Abgefragt werden Angaben zum Gläubiger, zum Schuldner, zum Inhalt der Forderung sowie dem Betrag. Gläubiger sind Sie, Schuldner ist Ihr Vermieter. Führen Sie die Mahnung selbst durch, müssen Sie keinen Prozessbevollmächtigten oder Vertreter angeben.
  • 3. Sind alle Daten vollständig erfasst, laden Sie den Antrag herunter, und drucken Sie ihn aus. Geben Sie ihn zur Post. Am besten per Einschreiben, damit nichts verloren geht.
Der Online-Mahnantrag ist nicht teuer, jedoch auch nicht umsonst. Die Höhe der Gebühr richtet sich nach der Höhe des Streitwerts. Rechnen Sie bei den Kosten mit etwa 10 Prozent der ausstehenden Kautionssumme.

Wie geht´s weiter?

Ihr Vermieter bekommt im Mahnbescheid eine Frist von 14 Tagen gesetzt. Zahlt er weiterhin nicht, können Sie ihre Geldforderung über die Vollstreckung durchsetzen. Die Weiterverfolgung über die Vollstreckung können Sie bereits im Mahnbescheidantrag ankreuzen. So müssen Sie nicht erneut tätig werden. Nach Ablauf der Frist erhalten Sie vom Mahngericht automatisch einen Antrag auf Ausstellung eines Vollstreckungsbescheids. Füllen Sie diesen aus, und senden ihn an das Mahngericht zurück. Weigert sich der Schuldner weiterhin zu zahlen, wird über den Gerichtsvollzieher eine Pfändung erwirkt. Spätestens in diesem Moment lenken viele Schuldner ein, und zahlen.

Kategorie: Allgemein

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