Geld für Kaution aufbringen – 8 Tipps gegen Stress mit der Mietkaution

Die Mietkaution darf bis drei Monatsmieten betragen. Sie bedeutet für den Mieter vor allem eins: eine erhebliche finanzielle Belastung. Doch es gibt verschiedene Lösungswege sie zu zahlen, auch wenn das Geld knapp ist. Mit diesen 8 Tipps macht Ihnen die Kaution beim Umzug keinen Stress mehr.

Ratenzahlung

Grafik zu Geld für Mietkaution aufbringenDie Mietsicherheit kann in drei monatlichen Raten an den Vermieter geleistet werden. Das ist gesetzlich festgelegt. Der Mieter darf die Ratenzahlung immer in Anspruch nehmen. Auch wenn der Vermieter etwas anderes verlangt, oder im Mietvertrag eine abweichende Vereinbarung steht. Wichtig: bevor das Thema Ratenzahlung aufkommt, sollte der Mietvertrag bereits unterschrieben sein. Sonst besteht die Gefahr, dass sich der Hausherr für einen anderen Mieter entscheidet.

Über die Höhe verhandeln

Drei Monatsmieten darf der Vermieter höchstens verlangen. Weniger ist also auch erlaubt. Doch allein der Hausherr entscheidet, ob er auf die komplette Kaution oder einen Teil verzichtet. Über die Höhe der Kaution zu verhandeln, ist nur in bestimmten Fällen sinnvoll:

  • Wenn der Mietvertrag bereits unterschrieben ist. Eine Verhandlung über die Kautionssumme während der Wohnungsbesichtigung ist nicht ratsam. Der Vermieter könnte sich dann für einen anderen Mietinteressenten entscheiden.
  • Wenn sich die Mietparteien bereits kennen und sympathisch sind.
  • Wenn man dem Vermieter im Gegenzug etwas anbietet. Z.b. Renovierungen von Schäden des Vormieters auf eigene Kosten durchzuführen.
  • Wenn im Stadtteil / am Ort keine hohe Nachfrage nach Wohnungen besteht. Dann hat man auch als Mieter eine gute Verhandlungsposition.

Bürgschaft

Vor allem bei jungen Mietern helfen die Eltern oder sonstigen Verwandten in Sachen Mietkaution gerne mal aus. Dies kann neben oder anstelle der eigentlichen Kaution auch in Form einer Elternbürgschaft geschehen. Diese wird bei ausstehenden Mieten, Nebenkostenzahlungen oder Reparaturleistungen herangezogen. Die Bürgschaft kann jedoch bei einem finanziellen Engpass des Mieters für alle Beteiligten zu einer unangenehmen Situation führen. Deshalb ist sie üblicherweise nur innerhalb der engsten Verwandten überhaupt ein Thema.

Tipp: Anstatt von den Eltern kann die Mietbürgschaft auch von einer Versicherung oder einer Bank gestellt werden.

Mietkautionsversicherung

Eine Mietkautionsversicherung ist eine sehr angenehme Alternative zur oft hohen Barkaution. Der Mieter schließt dabei eine Versicherungsbürgschaft bei einer Kautionskasse ab. Diese übernimmt im Schadensfall bis zur Höhe der vereinbarten Bürgschaftssumme die verbleibenden Forderungen des Vermieters aus dem Mietvertrag. Der Mieter zahlt hierbei einen geringen jährlichen Beitrag. Kosten: zwischen 20 bis und 100 Euro pro Jahr, siehe Vergleich. Der Beitrag richtet sich nach der Höhe der Kautionssumme sowie den Bedingungen des Anbieters.

Kleinkredit

Der Vermieter nimmt die Kautionversicherung nicht an? Die Bürgschaft kommt nicht zu Stande? Das Geld lässt sich auch nicht in Raten auftreiben? Auch diese Situation kommt in der Praxis häufig vor. Parallel dazu häufen sich auch die Kosten für den bevorstehenden Umzug. In diesem Fall lohnt sich die Aufnahme eines Kredits. Dieser kann übrigens nicht nur für die Mietkaution genutzt werden. Auch die übrigen Umzugskosten sowie notwendige Anschaffungen können damit finanziert werden falls nötig. Der Kleinkredit muss innerhalb der vereinbarten Laufzeit in gleichbleibenden monatlichen Raten an die Bank zurück gezahlt werden.

Tipp: Wählen Sie eine Bank, die Ihnen Sondertilgungen erlaubt. So sind Sie die Kreditverpflichtung schnell wieder los.

Dispokredit

Einfacher als der Kreditantrag bei einer Bank ist die Nutzung des Dispokredit auf dem eigenen Girokonto. Die Zinsen sind jedoch nicht gerade niedrig. Teilweise verlangen Banken über 12 Prozent. Der Dispo eignet sich deshalb nur für eher niedrige Kautionssummen z.B. bis 800 Euro. Beträge in dieser Höhe lassen sich mit den nächsten Gehaltseingängen schnell zurück zahlen. Ist die Finanzdecke dauerhaft eher knapp bemessen, sollte der Dispokredit gemieden werden. Denn die Verbindlichkeiten können sich sonst mit der Zeit anhäufen. Die Kontoüberziehung ist auch dann eine denkbare Lösung, wenn man bereits von anderer Seite Hilfe bekommt, und nur noch ein kleiner Geldbetrag fehlt.

Familienhilfe

Gerade jüngere Mieter haben oft den Vorteil, auf die eigene Familie setzten zu können. Denn Mutter oder Oma helfen bei den ersten Schritten in die Eigenständigkeit gerne mal aus. Vielleicht gibt jeder einen kleinen Teil zur Kautionssumme dazu. Oder aber man leiht sich das Geld für die Mietkaution zinslos von der Familie, und spart sich so hohe Zinszahlungen an die Bank.

Darlehen vom Jobcenter

Bezieher von Arbeitslosengeld 2 (Hartz 4) können sich unter bestimmten Umständen vom Jobcenter aushelfen lassen. Sie erhalten ein zinsloses Darlehen für die Kaution. Die Rückzahlung erfolgt monatlich, und wird in Höhe von 10% mit dem Regelsatz verrechnet. Hiermit stellt die Behörde sicher, ihr Geld vollständig zurück zu erhalten. Das Darlehen vom Amt wird beim zuständigen Sachbearbeiter beantragt. Wichtig zu wissen: den Kredit gibt es nur in bestimmten Fällen im Zuge einer Einzelfallentscheidung.

Kategorie: Allgemein

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