Mietbürgschaft

Wohnung einrichten, Möbel packen, renovieren – ein Umzug kann die Haushaltskasse arg strapazieren. So bleibt oft kein Geld mehr für die Mietkaution. Eine Bürgschaft bietet die Möglichkeit, die Kaution auch ohne Barmittel zu stellen. Die Ersparnisse verbleiben zur freien Verfügung. Wer verschiedene Anbieter vergleicht, spart zusätzlich beim Beitrag.

Beantragen

1.

Konditionen checken, und zu zahlenden Beitrag berechnen.

➥ Antrag stellen

2.

Günstigen Kautionsanbieter auswählen, und direkt zum Online-Antrag wechseln (Button ganz rechts im Rechner).

3.

Antrag online stellen, falls nötig Dokumente per PDF ausdrucken und einsenden.

4.

Bürgschaftsurkunde per Post erhalten, und dem Vermieter übergeben.

Einen Termin mit der Hausbank vereinbaren, oder zu den Öffnungszeiten am Schalter vorsprechen? So war es früher. Heute können Sie als Mieter die technischen Möglichkeiten des Internet nutzen, und Ihre Bürgschaft online abschließen. In den meisten Fällen müssen keine weiteren schriftliche Dokumente oder Nachweise eingereicht werden. In Ausnahmefällen werden jedoch Gehaltsnachweise oder eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung verlangt. Bei einigen Anträgen ist es erforderlich, die Unterlagen anschließend auszudrucken, und per Post-Ident-Verfahren einzusenden. Hierüber wird eine Identitätsprüfung des Antragstellers vorgenommen. Bei einigen Anbietern kann der Mieter selbst entscheiden, ob die Urkunde an die eigene Adresse oder direkt an den Vermieter übersandt werden soll. Bei anderen Kautionskassen ist nur eine direkte Versendung an den Hausherrn möglich.

weiterlesen: formelle Voraussetzungen und Anforderungen an die Bonität für eine Bürgschaftsübernahme

Was ist eine Mietbürgschaft?

Grafik zur Funktionsweise

Der Mieter überreicht seinem Hausherrn anstelle von Bargeld die Urkunde einer Mietbürgschaft. Die Sicherheit für den Vermieter stellt der so genannte Bürge. Dieser (meist handelt es sich um eine Versicherung oder Bank) haftet gegenüber dem Gläubiger (Vermieter) für Verpflichtungen des Schuldners (Mieter), wenn Letzterer diesen nicht wie vereinbart nachkommt. Die Pflichten aus einem Mietvertrag beinhalten in erster Linie pünktliche Miet- und Nebenkostenzahlungen sowie einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Mietobjekt. Kommt es zu Zahlungsrückständen oder Beschädigungen, und werden diese vom Mieter nicht ausgeglichen / behoben, wird der Bürge in Anspruch genommen.

Warum eine Bürgschaft?

Der hauptsächliche Grund für den Abschluss einer Mietbürgschaft durch den Mieter ist eine zu geringe Liquidität während der Umzugsphase, sodass ansonsten nicht alle Kosten, wie z.B. Maklercourtage, Renovierungsarbeiten oder der Möbeltransport abgedeckt werden könnten. In diesem Fall bliebe nur noch der Schritt zur Bank, um einen Kredit aufzunehmen. Ein anderes Motiv ist die Erhöhung einer bestehenden Liquidität, um das eingesparte Geld lieber für sonstige Ausgaben, wie z.B. die Wohnungseinrichtung zu nutzen. So entscheiden sich auch viele solvente Mieter für den Abschluss. Ein weiteres Motiv vieler Mieter ist die Vermeidung des Risikos, dass der Vermieter die Kautionssumme nicht vorschriftsgemäß getrennt vom eigenen Vermögen anlegt. So kommt es leider immer wieder vor, dass der Vermieter die Mietkaution wie eigenes Geld verwendet, und so eine spätere Auszahlung gefährdet wird.

Die Gründe für Mieter im Überblick

  • zu wenig Liquidität beim Umzug
  • Erhöhung einer bestehenden Liquidität zu Freisetzung von zusätzlichem Kapital, z.B. für Anschaffungen
  • Verhinderung von Missbrauch der Kautionssumme durch den Vermieter

Vorteile und Nachteile

Die Bürgschaftslösung wird heutzutage von immer mehr Mietparteien als Ersatz für die Barkaution verwendet. Die Vorteile liegen auf der Hand: Mieter müssen ihre Ersparnisse nicht mehr angreifen, Vermieter genießen Vorteile in Bezug auf Komfort, Zeitersparnis und Sicherheit. Auch einige Nachteile sind zu beachten. Auflistung aller Vorteile und Nachteile

Für wen lohnt sich eine Mietbürgschaft?

Ob eine Mietkautionsbürgschaft sinnvoll ist oder nicht, hängt in erster Linie von der zur Verfügung stehenden Liquidität sowie den persönlichen Lebensumständen des Mieters ab. Lohnend ist sie in folgenden Fällen:

  • grundsätzlich: wenn bei Mietern die finanziellen Reserven erschöpft sind
  • Mieter die das Geld der Barkaution anderweitig investieren möchten, z.B. in neue Möbel
  • Personenkreis: Studenten, Senioren, Angestellte mit wenige Einkommen, Familien mit Kindern
  • Erstmieter, da hier keine vorherige Kaution erstattet wird
  • bei häufigen Wohnungswechseln

Weniger sinnvoll ist der Abschluss hingegen wenn:

  • ausreichend finanzieller Spielraum besteht
  • Einträge (harte Negativmerkmale) bei Schufa & Co bestehen

Unterschiede

Es gibt verschiedene Unterarten der Bürgschaft zur Absicherung eines Mietvertrags. Die erste Unterscheidung bezieht sich auf die Art des Bürgen. Dies kann eine Bank, eine Versicherung oder eine Privatperson sein. Die über eine Bankbürgschaft gesicherte Mietkaution wird von Vermietern allgemein bevorzugt. Aber auch die umgangssprachlich als Mietkautionsversicherung bezeichnete Versicherungsbürgschaft gewinnt zunehmend an Akzeptanz. Ein weiterer Unterschied besteht in der Art und Weise der Inanspruchnahme im Schadensfall. Bei der so genannten Bürgschaft auf erstes Anfordern zahlt der Bürge auf erstes Verlangen des Vermieters. Auch eine Privatperson kann für einen Mietvertrag bürgen. Letztere wird jedoch von Vermietern selten als alleiniger Bürge anerkannt, sondern meist nur in Kombination mit einer herkömmlichen Mietkaution.

Muss Vermieter Mietbürgschaft akzeptieren?

Auch wenn die Mietbürgschaft für den Vermieter keinerlei Nachteile mit sich bringt, hat er das Recht, diese Form der Kautionshinterlegung abzulehnen. Für den Mieter ist dies ein Ärgernis. Viele Wohnungseigentümer lehnen sie deshalb ab, weil sie nicht über ausreichende Informationen über das Produkt verfügen. Jedoch es gibt Möglichkeiten, den Hausherrn umzustimmen. Erklärt der Mieter ihm jedoch das Produkt, kann so mancher Zweifel ausgeräumt werden. Viele Vermieter sind bereit eine bürgschaftsgesicherte Kaution zu akzeptieren, sobald sie die Vorteile für sich erkennen.

Laufzeit und Kündigung

Innerhalb weniger Tage nach Antragstellung wird dem Mieter (oder direkt dem Vermieter) die Urkunde zugestellt. Vertragsbeginn ist das Ausstellungsdatum. Sobald dem Eigentümer der Immobilie die Urkunde überreicht wurde, tritt die Sicherungsvereinbarung in Kraft. Für den Mieter gilt die Stellung der Mietsicherheit damit als geleistet. Eine Kautionsbürgschaft wird ohne feste Laufzeit abgeschlossen. Sie ist zeitlich nicht genau an das Mietverhältnis gekoppelt, um dem Vermieter nach Beendigung des Mietverhältnisses die Möglichkeit zur Überprüfung von Schäden und Zahlungsrückständen zu geben.

Bürgschaft kündigen

Der Mieter hat grundsätzlich jederzeit das Recht, die Bürgschaft zu kündigen. Damit die Sicherungsvereinbarung aufgehoben wird, muss der Vermieter jedoch die Freigabe erteilen. Eine Freigabe hängt davon ab, ob nach Beendigung des Mietverhältnisses noch offene Ansprüche bestehen. Eine Möglichkeit des Mieters zur sofortigen Kündigung besteht dann, wenn dem Vermieter eine Ersatz-Mietsicherheit, wie z.B. Bargeld überreicht wird. Das Vertragsverhältnis endet in dem Moment, wo die Versicherung oder Bank die Urkunde zurück erhalten hat.

Inanspruchnahme

Kommt es zu einem Schadensfall oder ist der Mieter mit den Zahlungen im Rückstand, kann der Vermieter auf die Mietbürgschaft zugreifen. In diesem Fall “zieht” er die Mietkaution, und beantragt bei der Bank oder Versicherung die Übernahme der Kosten. Eine Inanspruchnahme ist bis zur Höhe der vereinbarten Kautionssumme möglich. Der Mieter kann die Ziehung verhindern, indem er die Zahlungsrückstände ausgleicht, oder die Schäden am Mietobjekt nachweislich beseitigt. Ansonsten reguliert der Bürgschaftsgeber den vom Vermieter angemeldeten Schaden. Wie im Schadensfall agiert wird, hängt von der vertraglichen Regelung ab. Es gibt Verträge, in denen der Bürge sofort haftet (auf erstes Anfordern), und Verträge bei denen der Mieter grundsätzlich Einwende geltend machen kann. In beiden Fällen muss Letzterer jedoch anhand nachvollziehbarer Beweise (z.B. Kontoauszug, Gerichtsurteil, Rechnungen, Bilder usw..) dokumentieren, dass die Forderung unberechtigt ist.